Poesie & Musik

Liebe Besucherinnen, 

liebe Besucher,

Die Herkunft der Musik ist ungeklärt. Waren es Tierlaute, die unsere Urahnen während der Jagd imitierten oder Rufsignale, die über größere Distanzen weitergegeben wurden und zur Verständigung dienten. Entstand sie aus der Sehnsucht heraus, mit dem Überirdischen in einen Dialog zu treten. In den Mythen und Sagen fast aller Völker ist die Musik göttlichen Ursprungs. Seit frühester Zeit, eingebunden in den Kultbereich, diente sie zur Beschwörung von Mensch und Umwelt. Heil- und Zauberkräfte werden ihr bis heute zugesprochen. So besänftigte Orpheus in der griechischen Antike die Toten in der Unterwelt mit seinem Gesang. Die Bibel berichtet von David, dessen Harfenspiel die düstere Gedankenwelt König Saul's zu erleuchten vermochte.

Heute gehört die Musik zu den schönen Künsten und erhält eine Sonderstellung im Schatten von leistungsorientiertem Denken und Handeln. Der moderne, materialistisch ausgerichtete Mensch verliert zunehmend den Sinn für die Werte und ihre Verhältnisse. Freude, Begeisterung, Leidenschaft bleiben im Rationalismus, im kanalisiertem Denken, unserer Konsumgesellschaft auf der Strecke und unsere Seelen nehmen Schaden unter dem "gnadenlosen" Druck auf dem Weg zum "Klassenbesten". Inmitten von Ökonomisierung braucht es Gegenpole wie Ruhe, Gelassenheit, Empathie oder Individualität. Und der entschleunigte, sensible Mensch bleibt, bzw. wird empfänglich für die Klangsprache der Musik.

 

Seitenanfang